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23.10.2003
Das Wunder von Bernd... Nach so circa zwei bis drei Wochen entspannt sich langsam wieder die Mottenhöhle im Oberstübchen. Ich bin als Werder- Fan nich' mehr so sauer auf den Arschhauer- Rudi (hi, hi, hi) aus ... äh... wie soll ich's jetzt nennen... äh aus... ach Quark drauf, nenn' ich's doch beim Namen: Geldsenkirchen. Mir macht auch die Leistung des Vereins Für Balleroberung aus dem Ländle am Wochenende nicht mehr solche Kopfschmerzen, wie die 6 cm- Platzwunde am Hinterkopf, die ich mir nach einem toll vorgetragenem, rückwärts eingesprungenem, "mein- Jugend- Idol- war- Colt- Seavers", Stunt über ´ne acht, - oder elf- stufige Kellertreppe, infolge eines (Paul) Breit(ner)- Anfalls zugezogen habe. Nein, nach solchen Wochen(enden) sehnt sich mein Rest- Hirn wirkliche Entspannung herbei. Und nu´ kommt's: Ich schau´ so Fernsehen vor mich so hin, für mich so selber. Ganz allein. Und was wird gezeigt? "Das Wunder von Bernd" Wo wird's gezeigt? In der DSF- Reportage. Also auf Programm 15. Und was wird da gezeigt? Na klar, wie das Wunder von dem Bernd entstanden is´. Denk´ ich natürlich. Aber "schiet di wat". Nix vom Bernd. Haben die in dem Namen des Films doch glatt beim Namen "Bernd" das "Dööh", wie Damenklo, vergessen. Haltet mich für verrückt, haltet mich für übergeschnappt, aber auch Fußballer(innen) sollten ein Herz haben... für den unbekannten Bernd. Und die inner DSF- Reportage sind auch glatt d´rüber hinweggegangen. Stattdessen wird die ganze Zeit über das "Wunder von Bern" berichtet. Nu' ma' langsam... noch ma' hinhörn'... aha... "Das Wunder von Bern". Okay, okay, okay. Hab' ich mich doch glatt verhört. Wohl auch wegen meines "süditalienischen Advokado"- Hämatoms an der Hinterfront meiner Grützekiste. Ja, jetz´ is´ alles klar. Hier wird grad´ gezeigt, wie der ehemalige Regional- Liga- Spieler- ich- hab´- vorher- Komödien- gemacht- Regisseur Sönke Wortmann sich seinen Jugendtraum erfüllt und versucht, unter Zuhilfenahme von vielen Oberliga,- und Regionalspielern, einen Meilen,- Meilen,- Meilenstein der deutschen Nachkriegsfußball- Szenerie glaubhaft in das "Kästchen" zu kriegen. Das Kästchen, wo früher noch Kasten war und die Welt auf Brettern bedeutete. Oder so ähnlich. Die Reportage geht ihrer Halbzeitpause entgegen, also präziser gesagt, die "macht- mal Pibbi- Pause", in der mir suggeriert werden soll, der Ball wäre meine letzte "Adidas"- Hoffnung (Wetten, der Beckham trägt bei diesem Werbespot immer noch den "Sinful- Magic"- Schlüpfer seiner Spice- Frau!), da kriege ich, bei dem Gedanken, mir nach dieser Fernseh- Reportage noch einmal die Original- Radio- Reportage von diesem denkwürdigen Ereignis anno tausendneunhundertvierundfünfzig nach Christus anzuhören, eine Erpel- Flocken- Haut. Aber ich komm´ nicht hoch. Aus'm Sofa. Also Radio- Reportage im Sinn, Fernseh- Reportage vor Augen. Wieder. Und jetzt wird schon von der Premieren- Vorstellung aus Essen berichtet. Im Bild der Ruuuuuudiiiiii V., hektischen Schrittes hereinwirbelnd kommend, diesmal ohne Käse und Scheißdreck auf den Lippen, die Hand voraus streckend, begrüßt er, herzlich smilend, wie dann jetzt wieder, Personen- bezogen persönlich, den Ottmar Walter, nebst Gattin (glaub' ich), den man als "Altverdienten" nicht in die Loge gesetzt hat, sondern in den Rang. Aber is´ ja vervollkommnend logisch.. Is´ auch schon etwas älter, der Mann, ergo, der sieht außer sechsten Reihe besser. Im selben Moment versucht der Rainer C. aus L. seine Neu- Angetraute an Ruuuuuuudiiiii und dem, 120 Zentimeter gegenüber liegendem, Kinosessel vorbei zu jonglieren. Wie elegant und eloquent der Rainer es geschafft hat, seinen Maß- Body plus Schwarzhaar- Anhang durch dieses menschliche Nadelöhr zu treiben, ist beachtlich. Respekt. Zumal seine Frau ein Original- 54er- Nachbau- Trikot anhat, welches Rainer C. aus... äh... ah ja... L. eher als Serviette benutzt. Aber weg von diesem Thema. Schlussendlich wird, nach diversen, sehr beeindruckenden Filmausschnitten, auch noch die Ehrenrede auf den Film gezeigt. Von G. S.. Keine Abkürzung für ´nen "Superstar", sondern den Mann, den angeblich keiner in die "Waschmaschine" nach Berlin wieder gewählt hat. Und von Dem hab' ich mir folgende Sätze über den Film anhören müssen: "Ich habe den Film im Rohschnitt gesehen. Und dabei schon manche Träne verdrückt." (Buuuuhäääähhhh) "Und Männer's (?), wenn Ihr aus diesem Kino geht und Eure Augen Rot unterlaufen sind, versucht Euren Frauen nicht zu erklären, Euch wären Fliegen in die Augen geflogen". (Brüller, Gerd. Ich schau' mir den Film Ende Oktober in einem vollklimatisiertem Multi- Plex- Kino an. Fragt mich meine Frau beim Abholen aus'm Kino höchstens vorm Kino, ob ich schon wieder besoffen bin.) Ja, ´ne, is klar, Gerdi. (Zitat von mir.) Aber ma' im Ernst. Dieser Film, "Wunder von Bern", von Sönke Wortmann ist für jeden Fußball- Fan ein echter Kino- Tipp, auch schon mit dem Prädikat "Wertvoll". Ob nun mit nostalgischer Wehmut an vergessene Zeiten, als es noch um die Ehre, anstatt um die "richtige" Kohle ging oder nur um sich nach dem Kino- Besuch mit Fußball- Freunden beim Bierchen hinzusetzen und über die guten, alten Zeiten zu Quatschen. Über die, bei denen man nicht dabei war, also nur von ihnen gehört hat, oder über die Zeiten, die man erlebt hat und nun in den Erinnerungen wieder aufleben lässt. Ohne Fliege, aber mit'm Bierchen und ´ner Träne... Rudi |