29.08.2004

Einmal Basler und zurück


Eigentlich war es eher wie immer - Pokalspiel in der bayrischen Provinz, baufälliges Stadion, Werder mehr pfui als hui, trotzdem aus dem Debakel bei den Bayern Amas gelernt und das Ding am Ende sicher mit 2:0 nach Hause geschaukelt. Knapp 300 Werder-Fans waren im Ground, davon geschätzt eher weniger als hundert aus dem Norden.

Zur Halbzeit überraschte Chef J.Ludger Born nicht unbedingt mit der Aussage: "Da kriegt man ja Schweißausbrüche." Er hatte halt das gleiche Spiel gesehen, wie wir auch.

In der ersten Halbzeit und auch dem zweiten Durchgang stand an der Seitenlinie ein ehemaliger Bremer, ein Denkmal für die klein gewordene Gilde der Typen unter knapp 500 stromlinienförmigen Jung- und Altprofis in der Bundesliga. Es ist der Aktivraucher und Weißbierkenner Mario Basler. Er steht dort. Im saloppen Anzug und nicht wie Thomas Schaaf in Trainingskutte. Er steht, gibt Kommentare und Anweisungen, aber nicht wirklich aufgeregt. Irgendwie passt dieser Auftritt des Mario B. nicht so recht zu dem, was wir uns von ihm erwarten würden. Kein Zappelphilipp, kein Ausraster, kein Wutschnauben und noch nicht mal ein Eckball mit Mütze. Nicht mal eingewechselt hat er sich.

Schließlich war das Spiel vorbei. Na gut, sagen wir mal "ohne größeren Flurschaden überstanden".
Mario Basler erscheint zur Pressekonferenz. Seine Kernaussage: "Das Spiel heute war nicht so wichtig. Wirklich wichtig ist das Spiel am Dienstag bei 1860 München." Oder so. Und danach dann der eigentliche Kulturschock ... Basler schenkt sich auch noch eine zweite Tasse Kaffee ein. Wenigstens eine Zigarette zündet er sich im internen Gespräch mit der lokalen Journalistenmeute an. Sonst wäre ich wohl vom Glauben abgefallen. Vom Glauben, es gebe auch unter den Hitzfelds, Magaths und Toppmöllers dieser Trainerwelt nicht wenigstens den einen oder anderen Coach, der ein wenig positive Vergangenheit hinter sich hat. Und sei es nur bei der Blutprobe.

Hornsby




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