| 03.01.2005 DIE ERINNERUNG IST DAS WAS BLEIBT Wenn Freunde, Bekannte oder auch nur Persönlichkeiten von uns gehen, bleibt die Erinnerung an sie lebendig. Dabei fallen einem dann ja ganz oft die Geschichten ein, die man mit den Betroffenen erlebt hat. Mit dem Doktor sinds gleich zwei: SIDKA ODER MAGATH Im Spätsommer 1997 ging es darum, ob der damals erfolgreiche Interims-Coach Wolfgang Sidka weiterhin Trainer von Werder sein sollte. Dazu haben wir eine Podiumsdiskussion mit gut und gerne 250 - 300 Leuten im Ostkurvensaal veranstaltet. So mit allem drum und dran, NDR-Fernsehen und Radion Bremen Sport- Blitz. Als Moderator saß ich oben neben dem Doktor. Und nachdem sich nahezu alle, Fans und Anhänger aller Coleur, eindeutig für Sidka ausgesprochen hatten (und vehement gegen den "Hamburger" Magath), kniff mich Böhmert unterm Tisch ins Knie und sagte leise: "Herr Jahn, das ist ja unglaublich. Wir haben so viele Briefe bekommen und die ganz große Mehrheit wollte, dass wir Felix Magath holen. Hier bekomme ich jetzt wirklich mal die Meinung der Basis mit." Sidka bekam den Vertrag - und wurde ein Jahr später durch Magath ersetzt. Der allerdings auch zum "Abdanken" des Doktors als Präsident geführt hat. KRÄMPFE Im Winter 2003, nach dem letzten Heimspiel gegen Hansa Rostock, bekam eine Rollstuhlfahrerin im Ostkurvensaal plötzlich Krämpfe. Die Frau ist neben ihrer Behinderung Epileptikerin. Wer das je erlebt hat weiß, wie schrecklich das aussieht. Direkt nach dem Spiel, kein Notarztwagen verfügbar. Daraufhin habe ich Werder's Chefsekretärin, die gerade dort vorbeikam gefragt, ob der Mannschaftsarzt oben in der VIP-Lounge wäre. Sie lief sofort los - und kam mit Dr. Böhmert zurück. Der war ja bekanntlich nicht Internist, sondern Anästhesist. Aber er hat alleine durch seine ruhige Art, sein Auftreten uns alle beruhigt, die ganze Situation beruhigt. Ihr könnt Euch das ja vorstellen, kurz nach dem Spiel, voller OKS, Gaffer und Schaulustige ohne Ende und völlig aufgelöste Freunde der Frau. Farewell Doktor ! Hornsby |